{"id":70,"date":"2010-07-12T10:05:37","date_gmt":"2010-07-12T08:05:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.urban-studies.eu\/?p=70"},"modified":"2010-07-12T10:05:37","modified_gmt":"2010-07-12T08:05:37","slug":"die-kritische-geographie-osterreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.urban-studies.eu\/?p=70","title":{"rendered":"Die Kritische Geographie \u00d6sterreich"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.kritische-geographie.at\" target=\"_blank\">http:\/\/www.kritische-geographie.at<\/a><\/p>\n<h2>Wer ist die Kritische Geographie?<\/h2>\n<p>Der Verein &#8220;Kritische Geographie&#8221; ist eine  sozialwissenschaftliche          Gruppierung, die am Schnittpunkt von Wissenschaft, Schul- und  Erwachsenenbildung          eine kritische Analyse von Gesellschaft, ihrer Deutung und der  Rechtfertigung          bestehender Strukturen betreibt.<br \/>\nZiel ist es, durch die F\u00f6rderung, Verbreitung und Durchsetzung  von          kritischer Wissenschaft zur fortschrittlichen Ver\u00e4nderung  menschlicher          Gesellschaft beizutragen: im Sinn der \u00dcberwindung von  \u00f6konomischer          Ausbeutung, politischer Unterdr\u00fcckung, kultureller Entfremdung  und          gesellschaftlicher Diskriminierung aufgrund von Geschlecht,  Rasse, nationaler\/ethnischer          Zugeh\u00f6rigkeit, Behinderung, sexueller Orientierung oder anderer  Merkmale.<br \/>\nDie Kritische Geographie kn\u00fcpft an die im anglo-amerikanischen  und          franz\u00f6sischen Raum Ende der 1960er Jahre begonnene  Auseinandersetzung          mit der traditionellen Geographie und ihren  b\u00fcrgerlich-konservativen          Inhalten an. Nach dem Motto &#8220;geography is what geographers do&#8221;          will die Kritische Geographie ein Rahmen f\u00fcr Leute  unterschiedlicher          theoretischer und politischer Ausrichtung sein, die an  bestimmten gesellschaftlichen          Themen interessiert sind und in unterschiedlichen Bereichen  (Universit\u00e4t,          Schule, Erwachsenenbildung, Medien etc.) arbeiten und sich  engagieren.<br \/>\nDie Anf\u00e4nge der Kritischen Geographie reichen ins Jahr 1982  zur\u00fcck,          als auf Initiative einer studentischen Gruppe an der Universit\u00e4t           Wien die gleichnamige Zeitschrift entstand.1984 wurde der Verein  &#8220;\u00d6sterreichische          Assoziation Kritischer Geographen&#8221; gegr\u00fcndet, der neben der          Publikationst\u00e4tigkeit auch eine Plattform f\u00fcr eine  demokratische,          fortschrittliche Reform des Faches Geographie an Schule und  Universit\u00e4t          sein wollte. 1993 wurde der Vereinsname in Folge einer  Neudefinition der          Vereinsziele und -aktivit\u00e4ten in &#8220;\u00d6sterreichische Gesellschaft          f\u00fcr Kritische Geographie&#8221; ge\u00e4ndert.<br \/>\nIm Jahr 2000 erfolgte die Umbenennung in &#8220;Kritische Geographie&#8221;,           womit nun auch der Wirkungsbereich des Vereins \u00fcber die Grenzen  \u00d6sterreichs          hinaus unterstrichen werden soll.<!--more--><\/p>\n<h2>Was macht die Kritische Geographie?<\/h2>\n<p>T\u00e4tigkeitsfeld kritischer GeographInnen ist nicht das in der  traditionellen          Geographie auserkorene Erkenntnisobjekt &#8220;Raum&#8221;, sondern die          Gesellschaft als Ganzes. Zentrales Kriterium unserer Arbeit ist  die gesellschaftliche          Relevanz. Das erfordert das Aufgreifen aktueller Entwicklungen  in der          Gesellschaft, eine \u00dcberschreitung etablierter Disziplingrenzen,  eine          internationale Zusammenarbeit, das Verlassen abgeschotteter  wissenschaftlicher          Diskurse, die Aufbereitung kritischer Wissenschaft f\u00fcr Schule,  Medien          und \u00d6ffentlichkeit, und das Sich-Einbringen in politische  Auseinandersetzungen.<br \/>\nDie Logik kapitalistischer, patriarchaler Gesellschaft erzeugt  eine Reihe          von Spannungsverh\u00e4ltnissen, die sich in Ungleichgewichten und  Widerspr\u00fcchen          artikulieren. Die Auseinandersetzung mit diesen r\u00e4umlichen,  \u00f6konomischen,          geschlechtsspezifischen, sozial-kulturellen und \u00f6kologischen  Ungleichheiten          und ihr R\u00fcckbezug auf gemeinsame gesellschaftliche Ursachen  sehen          wir als Beitrag zur Er\u00f6rterung des gesellschaftlichen  Entwicklungsprozesses          insgesamt. Postmoderne Beliebigkeit ist dabei ebenso zu  vermeiden wie          doktrin\u00e4re Welterkl\u00e4rung.<\/p>\n<p>Aktuell sehen wir solche Widerspr\u00fcche vor allem in Bezug auf<\/p>\n<ul>\n<li> die industrielle Verwertungslogik und die damit verbundene  Zerst\u00f6rung            nat\u00fcrlicher Ressourcen,<\/li>\n<li> territoriale Integration und Desintegration von  Gesellschaften (Nord-S\u00fcd-            bzw. Zentrum-Peripherie-Konflikte, innernationale  Auseinandersetzungen            und ethnische Separierung, intra-urbane Segregation),<\/li>\n<li> Internationalisierung und Ethnisierung von Arbeitsm\u00e4rkten  (Migration,            Rassismus),<\/li>\n<li> Patriarchat, Sexismus und Diskriminierung von Frauen,<\/li>\n<li> Erwerbsarbeit und soziale Marginalisierung.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Die Kritische Geographie<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>bietet kontinuierliche inhaltliche Auseinandersetzung zu den  oben            genannten Themen<\/li>\n<li> stellt relevante Fragen und sucht interdisziplin\u00e4re  Antworten<\/li>\n<li> verbindet weltanschaulichen Pluralismus mit radikaler  Kritik<\/li>\n<li> setzt inhaltliche Schwerpunkte statt disziplin\u00e4re Grenzen<\/li>\n<li> will kritische Wissenschaft statt Kritik an einer  Wissenschaft<\/li>\n<li> ergreift Partei in gesellschaftlichen Konflikten<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Ausgew\u00e4hlte Aktivit\u00e4ten<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Herausgabe der Buchreihe KRITISCHE GEOGRAPHIE: seit 1982,  bislang            16 B\u00e4nde (siehe Publikationen)<\/li>\n<li>Herausgabe der MGWU (Materialien zu Gesellschaft, Wirtschaft  und Umwelt            im Unterricht, siehe Publikationen):<br \/>\nDie MGWU erscheinen seit 1996. Die Jahrg\u00e4nge 1997 bis 2004  umfassten jeweils vier Ausgaben.            Seit 2005 werden zwei Themenhefte pro Jahr publiziert.<\/li>\n<li>Herausgabe der Beitr\u00e4ge zur Kritischen Geographie als  occasional            paper (siehe Publikationen)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Veranstaltungen: (Auswahl, siehe Highlights)<\/p>\n<ul>\n<li>Symposium &#8220;Ver\u00e4ndert die Stadt: kritische Stadtplanung in            Theorie und Praxis&#8221; in memoriam Willi Kainrath. Wien, 1986<\/li>\n<li>Symposium &#8220;\u00d6sterreich auf dem Weg zur 3. Republik &#8211; zwischen             \u201aDeutschnationalismus&#8217; und \u201a Habsburger-Mythos&#8217;. Wien, 1991<\/li>\n<li> Gastvortrag David Harvey, &#8220;The nature of Environment&#8221;.            Wien, 1993.<br \/>\n( In Verbindung mit der Ausstellung &#8220;10 Jahre Kritische  Geographie&#8221;            )<\/li>\n<li> Vortragsreihen am Institut f\u00fcr Geographie der Uni Wien mit  Vortragenden            aus \u00d6konomie, Politologie, Geschichte, Soziologie, Volkskunde  und            anderen F\u00e4chern (u.a. zu den Themen Regulationstheorie,  aktuelle            politische Situation in S\u00fcdafrika und Mexiko, Wohnsituation  von            Ausl\u00e4nderInnen in Wien, Geographieunterricht im  Nationalsozialismus,            Frauenf\u00f6rderung in der EU, Sustainable Development, das Leben  von            Bus- und LKW-FahrerInnen, Peripherisierung im Waldviertel,  soziale Bewegungen            in Brasilien).<\/li>\n<li>Seit 2005 j\u00e4hrlich eine Veranstaltung &#8220;Geographie und  Wirtschaftskunde     \t  \u2013 Politische Bildung&#8221; im Rahmen der &#8220;Aktionstage Politische  Bildung&#8221;.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Aktuelle Arbeits- und Themenschwerpunkte<\/strong><\/p>\n<p><em>Widerspr\u00fcche gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse:<\/em><br \/>\n\u00d6konomische und soziale Modernisierung in \u00d6sterreich  (Landwirtschaft,          territoriale Disparit\u00e4ten, Wandel der Produktionsstrukturen,  geopolitische          Strategien)<\/p>\n<p><em>Territoriale Polarisierung<\/em><br \/>\nGeopolitik in Moderne und Postmoderne<br \/>\n(Des-)Integration Osteuropas<br \/>\nBlockbildung in der Weltwirtschaft<\/p>\n<p><em>Patriarchale Geschlechterverh\u00e4ltnisse und feministische  Perspektiven<\/em><\/p>\n<p><em>Abh\u00e4ngige Entwicklung und \u00f6kologische Nachhaltigkeit<\/em><\/p>\n<p><em>Migration, Ethnisierung und soziale Segregation in St\u00e4dten<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>http:\/\/www.kritische-geographie.at Wer ist die Kritische Geographie? 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